#immeronline

Es ist ein Thema, welches mir wirklich sehr wichtig ist. Weil ich im Job viel am PC und auch im Internet zu tun habe. Weil ich in meiner Freizeit oft in Social Medias herum geistere. Weil es einerseits unheimlich viel Spaß macht, aber auch manchmal sehr ermüdend sein kann. Und genau das ist der springende Punkt.

Es geht um die ganze Elektronik um uns herum, die Kontaktmöglichkeiten und auch Orte zum Flüchten. In einem gewissen Maß ist das ganze erträglich und auch gesund. In den meisten Fällen merken wir vielleicht gar nicht, dass wir schon süchtig nach den Wirkungen sind. Anerkennung, Trost, Wissen … Das World Wide Web bietet uns heute so gut wie alles. Wenn wir im richtigen Leben keinen Anschluss finden, dann finden wir ihn dort.

Ab- oder Auftauchen

Ab und zu gibt es Phasen, in denen ich selbst merke, dass ich gerade viel zu oft auf das Display schaue und nicht einmal etwas dagegen unternehme. Oft geschieht das aus Langeweile oder Unsicherheit. Wenn ich irgendwo alleine stehe und mich nicht traue etwas zu sagen oder mich umzuschauen. Wenn ich irgendwie die Zeit vertreiben muss und keine Lust auf andere Menschen habe.

Dann gibt es wiederum Momente, in denen ich Display einfach Display sein lasse und in denen mir wieder auffällt wie großartig die Welt doch sein kann. Wie aufregend das Leben ist und wie ergreifend die Geschichten der anderen Menschen, wenn man ihnen zuhört und dabei die Emotionen in ihrem Gesicht sieht. Aber immer wieder gebe ich das für ein virtuelles Wunschbild auf. Warum ist das so?

Zeit für Veränderung

Vielleicht ist es auch hier an der Zeit eine Grenze zu ziehen und etwas zu ändern. Es gibt inzwischen eine Menge Möglichkeiten. Wenn die eigene Motivation oder das Durchhaltevermögen nicht reichen, dann gibt es zum Beispiel verschiedene Einstellung zur Kontrolle der Appnutzung auf dem Handy. Mit Grautönen in der Farbeinstellung soll das Interesse am Bildschirm gesenkt werden. Oder man stellt sich eigene Zeitpläne. So oder so kann es manchmal ziemlich spannend werden diesen Verzicht durchzusetzen.

Hatten wir nicht alle mal einen leeren Akku und mussten bis zur nächsten Ladestation ein paar Stunden warten? Oder es gab einen Stromausfall. Oder wir haben das Handy irgendwo vergessen. Beim Campen oder Ausflug mit der Familie waren alle elektronischen Geräte verboten. Ein ganzes Wochenende lang fiel der Internetdienst aus. Es war ziemlich Nerven aufreibend. Und am Ende doch eigentlich gar nicht so schlimm.

#immeronline

Wir haben das Gefühl immer online sein zu müssen. Die nächste Generation ist quasi damit aufgewachsen. Irgendwie ist da ein Druck der Gesellschaft, obwohl die Entscheidung am Social Media Life doch eigentlich freiwillig ist oder? Die Entwicklung finde ich sehr interessant, aber auch beängstigend. In Schulen wird die Technik immer mehr genutzt, weil man das Problem in den Griff bekommen möchte und weil die Technik viele neue Möglichkeiten zum Lernen bietet. (Wir lassen mal außer Acht, dass es genauso viele Schulen gibt, die noch im Tageslichtprojektor Zeitalter existieren.) Es gibt also ein Pro und ein Contra. Man sollte jedoch auch im Hinterkopf behalten, dass Neu manchmal einfach nur Anders ist.

Immer online zu sein hat in den letzten Jahren eine große Bedeutung erhalten. Menschen verdienen ihr Geld damit. In der Wirtschaft spielt das Internet eine große Rolle. Immer online zu sein bedeutet einen besseren sozialen Status zu haben. Wer kein Handy besitzt kann sich nicht vernetzen. Es wird schwieriger Freunde zu finden und man wird nicht zu Veranstaltungen eingeladen. Wer keinen Computer oder Fernseher besitzt, kann schlecht recherchieren. Es gibt zwar immer noch die Möglichkeit in eine Bibliothek oder Internetcafé zu gehen, doch denkt da jeder dran und ist das auch überall gut ausgebaut? Klare Antwort: Nein. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass (Stand vor gut fünf Jahren) die Schulen viele Aufgaben stellen, die nur mit Internet lösbar sind. Von wegen Bildung ist mittlerweile jedem einfach zugänglich. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ist diese Kindheit also ohne Handy oder Internet heute? Dürfen dich die anderen deswegen Looser nennen, nur weil deine Familie es sich nicht leisten kann oder die Kultur die Technik nicht braucht, um ein glückliches und wissensreiches Leben zu führen? Oder anders herum: Was ist diese Kindheit heute mit all der Verantwortung, dem Einfluss und den vielen (falschen) Eindrücken? Wir sehen also auch hier wieder ein Für und Wider. Zum Schluss kann nur jeder selbst für sich entscheiden wie er damit umgeht, solange das System uns in dieser Hinsicht keine Vorschriften macht.

 

Habt ihr Regeln zur Online Nutzung? Wie regelt ihr eure Auszeiten?

2 Gedanken zu “#immeronline

  1. Mikka Liest schreibt:

    Hallo,

    das ist ein Thema, über das ich oft nachdenke. Ich trage mich auch schon länger mit dem Gedanken für einen Blogbeitrag, in dem ich mich vor allem mit dem „Second Screen“ beschäftigen will – dass wir es verlernen, uns auf eine Sache zu konzentrieren, weil wir es gewohnt sind, dass immer noch etwas gleichzeitig passiert. Lesen, klar, aber das Handy liegt daneben und wenn WhatsApp pingt, guckt man mal nach. Bloggen, gerne, aber nebenbei läuft noch Youtube. Und so weiter.

    Ich benutze ja seit einer Weile die App Forest, um mich zu motivieren, immer nur eine Sache auf einmal zu machen.

    Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als noch keiner Handys hatte, und dann waren die Dinger klobig und die Nutzung schweineteuer. Internet war auch noch nicht angesagt. Mit 22 hatte ich meinen ersten Rechner, ins Internet gehen kostete etwa sechs Mark pro Stunde. Mein erstes Smartphone kaufte ich unter Protest erst vor etwa fünf Jahren.

    Manchmal sehne ich mich nach einer Zeit ohne die Totalbeschallung von allen Seiten zurück, obwohl es ja meine eigene Selbstbeherrschung ist, die dem ein Ende setzen könnte. Das sprichst du ja auch an. Smartphones kann man abschalten!

    Ich bin internetsüchtig, ich muss es gestehen. Gerade, weil ich mich dort wunderbar vernetzen kann mit Menschen, die ähnliche Interessen haben. Ich bin Hobbykünstlerin ohne Auto, da ist es schwer, in die nächste Stadt zur VHS oder ins Künstlercafe zu fahren, aber auf Instagram finde ich problemlos hunderte von Menschen, die auch malen oder zeichnen.

    LG,
    Mikka

    Gefällt 1 Person

    • #durchgebloggt schreibt:

      Hallo Mikka,

      vielen Dank für deine Worte! Die App klingt wirklich sehr interessant und ich werde sie vielleicht sogar mal testen. Eine gute Gelegenheit, um etwas für sich selbst und gleichzeitig auch für die Umwelt zu tun.

      Ich komme auch noch gerade so aus der Zeit, als das alles erst anfing und bin froh darum, dass ich noch im Dreck spielen und mir die Knie aufschlagen durfte. Das alles ist noch gar nicht allzu lange her und ich muss sagen, dass sich das alles doch sehr schnell entwickelt. Aber ich habe auch das Gefühl, dass eben diese rasanten Schritte dazu führen, dass wir unseren digitalen Konsum dadurch besser einschätzen können und sich das alles wieder einpendeln wird.

      Es wird viel darüber diskutiert und auch schlecht geredet. Aber wir sollten vor allem nicht die guten Seiten daran vergessen. Die Onlinewelt gibt uns viel Liebe und Zugehörigkeit, die wir in einer überfüllten Realität vielleicht übersehen würden.

      liebe Grüße
      Agent00Wuschel

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s